In diesem Teil unserer website versuchen wir eine ständig verbesserte Information zu den Instrumenten, die Dich interessieren zu geben. Diese schließt einiges über deren Konstruktion, Instrumententypen und Spielstile, Hölzer, Klang und Pflege ein. Einige links, die hier enthalten sind können zu websites mit weiteren Details führen, zu Diskussionsforen oder Instrumentenbauern. Manche davon sind in Englisch. Dies ist ein neuer, wachsender Service - Realität gemischt mit Meinungen. Wir bitten deswegen um Verständnis, wenn hier nicht alles von Anfang an eingeschlossen sein kann.
Rotislav Capek
ist ein gut bekannter Banjobauer aus Tschechien. Dort gibt es eine alte Tradition in der Bluegrass Musik und auch im Instrumentenbau. Du kannst mehr über ihn und seine Instrumente erfahren, wenn Du diesem link nachgehst.
zurück nach oben
5-saitige Resonator Banjos sind für Bluegrass Banjospieler gebaut, die sie im 3-Finger-Picking Stil spielen. Ihr Korpus besteht aus Metall, dem sog. "Tonring", der auf einem schichtverleimten Holzring sitzt. Das Fell wird durch Spannklammern befestigt, die entweder durch einen Flansch hindurch oder mit einzelnen sog. "Schuhen" am Holzring befestigt sind. Der Resonator ist mit Rändelschrauben am Flansch festgemacht.
Tonringe: Die meistverwendeten Tonringe sind vom sog. "Flathead" Typ, d. h. die Oberfläche des Banjofells ist eben und kann über den gesamten Durchmesser des Tonrings schwingen. Durch diese große Fläche haben sie mehr Bass als Banjos mit einem ein sog. "Archtop" Tonring, der einen inneren Kreis bildet und damit die schwingende Fläche des Fells verkleinert. Es gibt eine Reihe weiterer Tonringe wie z. B. der Sog. "wedge fitted" Ring in Stelling Banjos, der "Texas Bell" von Gary Price mit viel Brillianz und Sustain, oder der oft gelobte, von Steve Huber konstruierte Ring. Frühere Konstrukte wie kugelgelagerte Ringe sind heute weniger gesucht, da sie eigentlich gebaut wurden um bei echten Kalbfellen bei jeder Witterung die Spannung zu halten. Diese wurden vor langer Zeit durch Kunstoff ersetzt. Die Tonringe sind aus besonderen "geheimen" Bronze Legierungen - manch besitzen 20 oder 40 Löcher, die in die innere Oberfläche gebohrt sind. Stahl-, Aluminium- und Holzringe liefern nicht den typischen Bluegrass Klang. Wenn Du also nicht experimentieren möchtest ist ein Bronze Tonring zu empfehlen.
Holzringe, sog. "Rims": Für diese Rims gibt es zwei Konstruktionen. Bei der einen besteht ein Rim aus vielen Holzstücken, die miteinander verleimt und auf einer Drehbank rund gedreht werden. Im anderen Fall handelt es sich um (gedämpftes) gebogenes Holz das meist in drei Schichten zum Rim verleimt wird. Auf lange Sicht gesehen sind diese dreischichtigen Rims stabiler (Ich habe schon solche aus Stücken gesehen, die sich nach Jahren trennten) und für den besten Klang empfehlenswert. Sie sollten aus Felsenahorn (rock maple) sein.
Flansche: Sie können in einem oder zwei Teilen gegossen sein, oder aus vielen Metallplättchen bestehen. Zusammen mit einem gegossenen Bronze Tonring ergibt ein gegossener einteiliger Flansch aus dem selben Material das beste klangliche Ergebnis. Manche Hersteller verwenden Flansche aus Zink Legierungen mit gutem Ergebnis. Sie sind leichter zu bearbeiten, insbesondere, wenn schwierige Konstruktionen gegossen werden sollen. Zu viel Gewicht kann eine Menge Sustain bedeuten und die Trennung von Tönen in schnellen Stücken kann unklar werden. Bei Verwendung eines schweren Tonrings sollte deswegen ein leichterer (dünnerer) Flansch verwendet werden.
Saitenhalter: Je schwerer, desto mehr Sustain. Dies ist deswegen Deine Chance durch die Auswahl des Saitenhalters den vorhandenen Sustain Deines Banjos zu verstärken oder zu kompensieren. Wenn Du Keith oder D-tuners für Stimm-Effekte benutzt, kann ein "Price" Saitenhalter Vorteile bringen, da es dafür sorgt , daß die Saiten gerade über den Steg verlaufen. Die meisten (traditionellen) Spieler verwenden einen "Presto" Saitenhalter.
Holz: Für viele Spieler ist Riegelahorn, sog. "curly maple" begehrenswert, weil es den schneidenden Klang liefert, den sie wollen. Im Vergleich dazu produziert Mahagoni einen mittenreichen warmen Ton und ist geeignet für diejenigen, denen ein Banjo sowieso genug "knackt". Die Härte von Walnußholz ist irgendwo dazwischen und bringt einen wunderbaren Ton hervor, der oft unterschätzt wird. Dies kann daran liegen, daß dieses Holz selten mit einer schönen Maserung zu bekommen, und deswegen teuer ist. Obwohl die meisten Griffbretter aus Ebenholz sind, gibt Palisander einen schönen Klang (ja, genau, auch das Griffbrett hat einen Einfluß auf den Klang).
Einstellung: Diese Diskussion ist endlos. Wenn Du ein neues Banjo gekauft hast nimm´ Dir Zeit und laß´Dich nicht frustrieren wenn es nicht gleich klingt wie Du möchtest. Banjos sins sensibel, sie brauchen einige Zeit um sich zu "setzen" und ihren Klang voll zu entwickeln. Überprüfe den Sitz der Schrauben gelegentlich, spanne das Fell nicht zu straff und versuche NIEMALS durch Verstellen des Halsstabs die Saitenlage zu verbessern (dies sollte durch Verstellen der Stäbe im inneren des Kessels geschehen - oder Du fragst jemanden, der Erfahrung damit hat).
Saiten: Für Bluegrass Banjos gibt es eine Menge Marken mit guten Saiten, und Du mußt experimentieren, welche Dir gefallen. Ich spiele I play "ghs" "Sonny Osborne" Saiten.
Um Banjo mit Nylon Saiten zu spielen, beispielsweise für fretless Banjos oder für Klassik stehst Du vor dem Problem, daß es keine fertigen Saitensätze gibt. Du kannst Klassik Gitarrensaiten verwenden mit "heavy gauge" oder "high tension". Das Problem ist, daß Du sets mit zwei hohen "E" Saiten benötigst (für "D" und "G" auf der ersten bzw. fünften Saite) und die tiefen "A" und "E" Saiten eines Gitarren Sets wegwerfen mußt. Deswegen ist es besser mit Einzelsaiten zu arbeiten, die für die Belange des Banjos kombiniert werden. Es scheint als ob viele Spieler Savarez "yellow card" oder "Chris Sands" (heavy gauge, rougher surface finish, gut für Frailing) und d´Addario (extra hard) benutzen. Vielleicht ist es auch interessant die vierte oder "C" Saite durch eine Bronze umsponnene zu ersetzen. Was Du letztlich benutzt hängt davon aber welche Einzelsaiten Du bekommen kannst. Auf Fretless Banjos (ohne Bünde) können auch weniger straffe Saiten genügen, da hier keine Bünde die Saiten zerstören.
zurück nach oben
5-saitige Old Time Banjos sind ohne Resonator und werden für Spielstile namens "Frailing" oder "Clawhammer" benutzt. Die Konstruktion, die Lautstärke und die klanglichen Anforderungen sind klar von denen der Bluegrass Resonator Banjos zu unterscheiden.
Tonringe: Häufig verwendete Tonringe für Old Time Banjos nennen sich "Tubaphone" oder "White Lady" nach berühmten Instrumenten der früheren Vega Banjos. Andere Banjos verwenden oft nur hölzerne Ringe, die mit Messing überzogen sind, keinen Tonering oder einen sehr einfachen. Sie können den gewünschten Klang am besten auch durch ein echtes Kalbfell erreichen.
Tenor Banjos haben ihre Heimat im Irish Folk oder Jazz und Dixieland. Grundsätzlich ähnelt ihre Konstruktion derjenige der 5-saitigen Resonator Banjos, abgesehen vom kürzeren 4-saitigen Hals (mehr Details s. 5-saitige Resonator Banjos). Der Archtop Tonring ist hierbei klar bevorzugt. Auch ist die angerauhte Seite des Fells gern innen. Plectrum Banjos könnte man ein "Hybrid" aus Tenor und 5-saitigem Banjo nennen. Sie haben einen längeren Hals als Tenor Banjos und sind offen "G" mit einem tiefen "C" gestimmt.
zurück nach oben